Über­tra­gung einer Patent­an­mel­dung – oder Ein­räu­mung einer Mit­be­rech­ti­gung

Ob ein Berech­tig­ter die Über­tra­gung einer Patent­an­mel­dung oder die Ein­räu­mung einer Mit­be­rech­ti­gung dar­an ver­lan­gen kann bzw. ob ein Anspruch auf Nen­nung als (Mit)Erfinder besteht, erfor­dert einen prü­fen­den Ver­gleich der zum Patent ange­mel­de­ten Leh­re mit der­je­ni­gen, deren wider­recht­li­che Ent­nah­me gel­tend gemacht wird.

Über­tra­gung einer Patent­an­mel­dung – oder Ein­räu­mung einer Mit­be­rech­ti­gung

Dazu ist in ers­ter Linie zu unter­su­chen, inwie­weit bei­de Leh­ren über­ein­stim­men. Ob eine wider­recht­li­che Ent­nah­me vor­liegt, lässt sich in der dafür vor­zu­neh­men­den Gesamt­schau zuver­läs­sig nur auf der Grund­la­ge fest­ge­stell­ter Über­ein­stim­mun­gen zwi­schen der als ent­nom­men gel­tend gemach­ten und der ange­mel­de­ten Leh­re beur­tei­len [1].

Ob ein Berech­tig­ter nach § 8 Satz 1 und 2 PatG die Über­tra­gung eines Patents oder die Ein­räu­mung einer Mit­be­rech­ti­gung dar­an ver­lan­gen kann und ob ein Anspruch auf Nen­nung als (Mit)Erfinder nach § 63 Abs. 2 Satz 1 PatG besteht, erfor­dert einen prü­fen­den Ver­gleich der zum Patent ange­mel­de­ten Leh­re mit der­je­ni­gen, deren wider­recht­li­che Ent­nah­me gel­tend gemacht wird [2]. Dafür ist in ers­ter Linie zu unter­su­chen, inwie­weit bei­de Leh­ren über­ein­stim­men. Ob und gege­be­nen­falls inwie­weit eine wider­recht­li­che Ent­nah­me vor­liegt, lässt sich in der dafür vor­zu­neh­men­den Gesamt­schau zuver­läs­sig nur auf der Grund­la­ge fest­ge­stell­ter Über­ein­stim­mun­gen zwi­schen der als ent­nom­men gel­tend gemach­ten und der ange­mel­de­ten Leh­re beur­tei­len. Das gilt schon des­halb, weil dem Vin­di­ka­ti­ons­an­spruch auch der­je­ni­ge aus­ge­setzt ist, der kei­ne voll­stän­di­ge und even­tu­ell für sich allein schutz­fä­hi­ge Erfin­dung, aber einen wesent­li­chen Bei­trag zu dem von ihm ange­mel­de­ten oder für ihn geschütz­ten Gegen­stand ent­nom­men hat, sofern das Ent­nom­me­ne einen erfin­de­ri­schen Bei­trag, einen schöp­fe­ri­schen Anteil oder eine qua­li­fi­zier­te Mit­wir­kung an dem Gegen­stand der Anmel­dung oder des erteil­ten Schutz­rechts dar­stellt [3].

Bun­des­ge­richts­hof, Urteil vom 20. Okto­ber 2015 – X ZR 149/​12

  1. Wei­ter­füh­rung von BGH, Urteil vom 11.11.1980 – X ZR 58/​79, BGHZ 78, 358 ff. Spinn­tur­bi­ne – II und Urteil vom 17.01.1995 – X ZR 130/​93, Mitt.1996, 16, 18 – Gum­mi­elas­ti­sche Mas­se I[]
  2. vgl. BGH, Urteil vom 11.11.1980 – X ZR 58/​79, BGHZ 78, 358 ff. Spinn­tur­bi­ne II[]
  3. BGH, Urteil vom 17.01.1995 – X ZR 130/​93, Mitt.1996, 16, 18 Gum­mi­elas­ti­sche Mas­se I[]