Streit um die Erfin­der­ver­gü­tung – und der Streit­wert

Bei einem nach § 38 ArbEG unbe­zif­fer­ten Antrag auf Fest­set­zung einer ange­mes­se­nen Erfin­der­ver­gü­tung ist der Streit­wert, soweit der Klä­ger nicht einen ver­bind­li­chen Min­dest­be­trag ange­ge­ben hat, in frei­er Schät­zung nach § 3 ZPO fest­zu­set­zen, wobei grund­sätz­lich nach dem Betrag zu bemes­sen ist, den das Gericht auf­grund des Sach­vor­trags des Klä­gers als ange­mes­sen erach­tet. Offen­sicht­lich über­trie­be­ne Ein-schät­zun­gen und Anga­ben ins­be­son­de­re zu Umstän­den, über die der Beklag­te erst Aus­kunft ertei­len soll, haben dabei außer Betracht zu blei­ben.

Streit um die Erfin­der­ver­gü­tung – und der Streit­wert

Zielt das Kla­ge­be­geh­ren auf eine grund­sätz­lich abwei­chen­de recht­li­che Beur­tei­lung der Höhe einer ange­mes­se­nen Ver­gü­tung, muss sich die­ses Rechts­schutz­ziel im Streit­wert nie­der­schla­gen. Dabei ist jedoch umso mehr Zurück­hal­tung gebo­ten, des­to fern­lie­gen­der es erscheint, dass die recht­li­chen Erwä­gun­gen des Klä­gers die Höhe des Ver­gü­tungs­an­spruchs maß­geb­lich bestim­men könn­ten.

Von im Wege der Stu­fen­kla­ge mit­ein­an­der ver­bun­de­nen Schluss­an­trä­gen ist allein der Leis­tungs­an­trag für die Streit­wert­be­stim­mung maß­ge­bend (§ 44 GKG). Ist die­ser nicht bezif­fert (§ 38 ArbEG) und hat der Klä­ger auch kei­nen Min­dest­be­trag genannt, ist der Streit­wert in frei­er Schät­zung nach § 3 ZPO fest­zu­set­zen, wobei grund­sätz­lich nach dem Betrag zu bemes­sen ist, den das Gericht auf Grund des Sach­vor­trags des Klä­gers als an-gemes­sen erach­tet. Offen­sicht­lich über­trie­be­ne Ein­schät­zun­gen und Anga­ben ins­be­son­de­re zu Umstän­den, über die der Arbeit­ge­ber erst Aus­kunft ertei­len soll, haben dabei außer Betracht zu blei­ben.

Aller­dings kann die Bewer­tung des mit der Kla­ge ver­folg­ten Inter­es­ses des kla­gen­den Erfin­ders sich nicht stets auf das schlüs­si­ge Vor­brin­gen des Klä­gers und den­je­ni­gen Betrag beschrän­ken, der ihm, gege­be­nen­falls nach Beweis­auf­nah­me, auf die­ser Grund­la­ge zuer­kannt wer­den könn­te. Zielt das Kla­ge­be­geh­ren, wie im Streit­fall, auf eine grund­sätz­lich abwei­chen­de recht­li­che Beur­tei­lung der Höhe einer ange­mes­se­nen Ver­gü­tung, muss sich die­ses Rechts­schutz­ziel im Streit­wert nie­der­schla­gen. Dabei ist jedoch umso mehr Zurück­hal­tung gebo­ten, des­to fern­lie­gen­der es erscheint, dass die recht­li­chen Erwä­gun­gen des Klä­gers die Höhe des Ver­gü­tungs­an­spruchs maß­geb­lich bestim­men könn­ten.

Bun­des­ge­richts­hof, Beschluss vom 12. Juni 2012 – X ZR 104/​09 – Anti­my­ko­ti­scher Nagel­lack II

Streit um die Erfindervergütung – und der Streitwert