Kein Patent zur Her­stel­lung fäl­schungs­si­che­rer Geld­schei­ne

Der Bun­des­ge­richts­hof hat über eine Nich­tig­keits­kla­ge der Euro­päi­schen Zen­tral­bank gegen ein Patent ent­schie­den, das ein Ver­fah­ren zur Her­stel­lung eines fäl­schungs­si­che­ren Doku­ments, zum Bei­spiel von Geld­schei­nen, betrifft. Das ange­grif­fe­ne Patent, das vom Euro­päi­schen Patent­amt mit Wir­kung für zahl­rei­che euro­päi­sche Län­der erteilt wor­den ist, betrifft ein Ver­fah­ren, mit dem Geld­schei­ne ins­be­son­de­re vor Fäl­schung mit­tels moder­nen Farb­ko­pier­ge­rä­ten geschützt wer­den sol­len. Hier­zu sol­len die Geld­schei­ne mit bestimm­ten Struk­tu­ren ver­se­hen wer­den, die beim Kopier­vor­gang ein so genann­tes Moi­ré­mus­ter erzeu­gen, das die Kopie leicht erkenn­bar als Fäl­schung ent­larvt.

Kein Patent zur Her­stel­lung fäl­schungs­si­che­rer Geld­schei­ne

Die Patent­in­ha­be­rin führt gegen die Euro­päi­sche Zen­tral­bank in meh­re­ren euro­päi­schen Län­dern Rechts­strei­tig­kei­ten. Sie macht gel­tend, bei der Her­stel­lung der Euro-Bank­no­ten wer­den von der paten­tier­ten Leh­re Gebrauch gemacht. Die Euro­päi­sche Zen­tral­bank wehrt sich dage­gen mit einer Nich­tig­keits­kla­ge, die in jedem Land, für das das Patent erteilt wor­den ist, geson­dert erho­ben wer­den muss. In ver­schie­de­nen Staa­ten, dar­un­ter Groß­bri­tan­ni­en und Frank­reich, ist das Patent mit Wir­kung für das jewei­li­ge Land bereits rechts­kräf­tig für nich­tig erklärt wor­den. In den Nie­der­lan­den und Spa­ni­en ist die Nich­tig­keits­kla­ge in ers­ter Instanz erfolg­los geblie­ben.

In Deutsch­land hat das in ers­ter Instanz zustän­di­ge Bun­des­pa­tent­ge­richt die Nich­tig­keits­kla­ge abge­wie­sen. Nach sei­ner Auf­fas­sung greift kei­ner der von der Klä­ge­rin vor­ge­tra­ge­nen Nich­tig­keits­grün­de.

Der Bun­des­ge­richts­hof hat nun jedoch die Ent­schei­dung des Bun­des­pa­tent­ge­richts abge­än­dert und das Patent mit Wir­kung für die Bun­des­re­pu­blik Deutsch­land für nich­tig erklärt. Er ist ähn­lich wie die eng­li­schen und fran­zö­si­schen Gerich­te und wie das öster­rei­chi­sche Patent­amt zu der Auf­fas­sung gelangt, dass die erteil­te Fas­sung des Patents über den Inhalt der ursprüng­li­chen Anmel­dung hin­aus­geht.

Für das Gebiet der Bun­des­re­pu­blik Deutsch­land sind die Rechts­wir­kun­gen des Patents damit rück­wir­kend ent­fal­len.

Bun­des­ge­richts­hof, Urteil vom 8. Juli 2010 – Xa ZR 124/​07

Kein Patent zur Herstellung fälschungssicherer Geldscheine