Durch­fuhr patent­ver­let­zen­der Waren

In Recht­spre­chung und Lite­ra­tur zum Patent­recht ist geklärt, dass die blo­ße Durch­fuhr schutz­rechts­ver­let­zen­der Waren nicht als Ein­fuhr zum Zweck des Inver­kehr­brin­gens (§ 9 Satz 2 Nr. 1 PatG) ein­zu­ord­nen ist [1].

Durch­fuhr patent­ver­let­zen­der Waren

Eine abwei­chen­de Ent­schei­dung des LG Ham­burg [2] ist ver­ein­zelt geblie­ben und spä­ter auf­ge­ge­ben wor­den [3]. Uner­heb­lich ist inso­weit, ob die Durch­fuhr zoll­recht­lich im exter­nen Ver­sand­ver­fah­ren (T1-Ver­fah­ren) oder im soge­nann­ten T2L-Ver­fah­ren erfolgt, bei dem die Waren zur Über­füh­rung in den frei­en Waren­ver­kehr inner­halb der Euro­päi­schen Uni­on ange­mel­det wer­den. Eine patent­ver­let­zen­de Hand­lung ist erst anzu­neh­men, wenn im Inland ein Ver­äu­ße­rungs­ge­schäft erfolgt oder die Ware zu die­sem Zweck ein­ge­führt wird.

Ob die­se Vor­aus­set­zun­gen vor­lie­gen, ist eine Fra­ge des Einzelfalls.

Bun­des­ge­richts­hof, Beschluss des vom 25. Juni 2014 – X ZR 72/​13

  1. OLG Karls­ru­he, GRUR 1982, 295, 299 f.; Busse/​Keukenschrijver, PatG, 7. Aufl., § 9 Rn. 135; Schulte/​Rinken/​Kühnen, PatG, 9. Auf., § 9 Rn. 67; Benkard/​Scharen, PatG, 10. Aufl., § 9 Rn. 44 f.; Mes, PatG, 3. Aufl., § 9 Rn. 46; Rin­ken in Fitzner/​Lutz/​Bodewig, Patent­recht, 4. Auf., § 140a PatG Rn. 22; Haedicke/​Timmann, Hand­buch des Patent­rechts, § 8 Rn. 41; Kra­ßer, Patent­recht, 6. Aufl., S. 762; Küh­nen, Hand­buch der Patent­ver­let­zung, 6. Aufl. Rn. 179; Kobia­ko, GRUR Int 2004, 832; Worm/​Maucher, Mitt.2009, 445[]
  2. LG Ham­burg, Urteil vom 02.04.2004 – 315 O 305/​04[]
  3. LG Ham­burg Inst­GE 11, 65[]