Aus­führ­bar­keit einer Leh­re – und die hin­rei­chen­de Offen­ba­rung

Eine für die Aus­führ­bar­keit einer Leh­re hin­rei­chen­de Offen­ba­rung ist gege­ben, wenn der Fach­mann ohne erfin­de­ri­sches Zutun und ohne unzu­mut­ba­re Schwie­rig­kei­ten in der Lage ist, die Leh­re des Patent­an­spruchs auf Grund der Gesamtof­fen­ba­rung der Patent­schrift in Ver­bin­dung mit dem all­ge­mei­nen Fach­wis­sen am Anmel­de- oder Prio­ri­täts­tag prak­tisch so zu ver­wirk­li­chen, dass der ange­streb­te Erfolg erreicht wird [1].

Aus­führ­bar­keit einer Leh­re – und die hin­rei­chen­de Offen­ba­rung

Damit ist dem Fach­mann ein Weg zur Aus­füh­rung der bean­spruch­ten Erfin­dung auf­ge­zeigt, was dem Gebot hin­rei­chend deut­li­cher und voll­stän­di­ger Offen­ba­rung genügt [2].

Die Fra­ge, ob die Erfin­dung so hin­rei­chend deut­lich und voll­stän­dig offen­bart sei, dass ein Fach­mann sie aus­füh­ren kann, stellt sich nur bei der Prü­fung des Nich­tig­keits­grun­des nach Art. – II § 6 Abs. 1 Nr. 2 IntPa­tÜG, nicht aber im Hin­blick auf das Erfor­der­nis der gewerb­li­chen Anwend­bar­keit bei der Prü­fung des Nich­tig­keits­grun­des der feh­len­den Patent­fä­hig­keit nach Art. – II § 6 Abs. 1 Nr. 1 IntPa­tÜG [3].

Bun­des­ge­richts­hof, Urteil vom 3. Novem­ber 2015 – X ZR 47/​13

  1. st. Rspr.; s. nur BGH, Urteil vom 11.05.2010 – X ZR 51/​06, GRUR 2010, 901 Rn. 31 – Poly­me­ri­sier­ba­re Zement­mi­schung[]
  2. vgl. BGH, Urteil vom 11.09.2013 – X ZR 8/​12, BGHZ 198, 205 Rn. 17 – Dipep­ti­dyl-Pep­ti­da­se-Inhi­bi­to­ren[]
  3. EPA-TBK, Ent­schei­dung vom 30.06.1998 – T 718/​96, Rn.02.1 – selbst­ent­lüft­ba­rer Fla­schen­ver­schluss; Busse/​Keukenschrijver, PatG, 7. Aufl., 2013, § 5, Rn. 7; § 1, Rn. 12; Münch­ner Gemeinschaftskommentar/​Teschemacher, 7. Lie­fe­rung, 1985, Art. 83, Rn. 63; vgl. auch BGH, Beschluss vom 27.09.1984 – X ZB 5/​84, BlPMZ 1985, 117 f.[]